Jedenfalls erst einmal, so zwischendurch.
Was passiert? Was so auffällt:
1. Illu nackt.
Vielleicht hat Illu ja früher was zu sagen gehabt (vielleicht war er schon früher nur einflußarmer Finanzier der Blase von Makro & Co.) - jetzt ist er offensichtlich nur noch Attrappe von Schukow und Dworkowitsch. Verlegung der Kandidatenmatche nach Kasan auf Weisung im gewohnten konzeptionslosen FIDE-Stil.
2. Robi nackt.
Ein Gesprächstermin mit der Nationalmannschaft kam leider nicht zu Stande, weil der Präsident frühestens im Herbst wieder einen Termin für Schach erübrigen kann - so hört man von Jan G. Zwischendurch will er ja auch nur ECU-Chef werden, offenbar auch, ohne sich darum zu kümmern. Transparenz bringt Sponsoren, lautet das Leitbild seiner Bewerbung. Jedenfalls aber weniger als € 10.000 für das wichtigste Mannschaftsereignis im Schach - da ist wohl entweder die Gleichung noch nicht ganz vollständig, oder die Transparenz im DSB noch nicht viel wert.
3. Ein Trainer, der nicht trainert, ist eine Träne (und keine wert).
Ungewohnt offen ist derzeit überall nachzulesen, dass der Bundestrainer seine Arbeit nicht macht (etwa auch, dass wie selbstverständlich für das Training der Nationalmannschaft schon in Dresden extra Leute angestellt wurden, und dass dieser Punkt (nämlich die Sondertrainer - dass ein sinnvolles Training mit Bönsch möglich wäre, zog offenbar keiner mehr in Betracht) eine der kritischen Fragen beim Olympia-Eklat waren. Auf weitere Verdienste, etwa im Bereich der Verwandtenbeschäftigung und der Trainerakademie, hatten wir ja schon hingewiesen.
Im übrigen vertreten wir hier seit Jahren, dass Uwe Bönsch fristlos entlassen werden sollte.
4. Kleine Lügen (I)
Doch es fehlen 20.000€, um die Teilnahme der besten Auswahl an der diesjährigen Schacholympiade zu gewährleisten.
Haben Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman, Georg Meier und Jan Gustafsson (”unterstützt vom Präsidenten des Deutschen Schachbundes, Herrn Robert von Weizsäcker”) unterschrieben.
Jetzt liest man in SCHACH, dass eigentlich 10.000 € gereicht hätten, und die Summe im Erfolgssinne “bewusst etwas höher angesetzt wurde”. Gustafsson hat offenbar kein Problem mit solchen Statements. Bin ich der einzige?
5. Kleine Lügen (II)
Richtig ist, dass Georg Meier den über drei Jahre laufenden Sponsoring-Vertrag, der ihm Gesamt-Netto-Zuwendungen von 20.2000 € pro Jahr garantierte, nach Ablauf der Saison 2008/2009 mit der einzigen Begründung gekündigt hat, dass die vertraglich festgelegte Beschränkung auf die Teilnahme an nur einer weiteren Liga sein schachliches Fortkommen behindere und er finanziell nunmehr dank der A-Kader-Förderung durch den DSB abgesichert sei.
Das ist nur eines der erstaunlichen Statements von Werders Gegendarstellung zu Georg Meiers Abrechnung mit dem Ex-Verein. Eine finanzielle Sicherung, für die man mal eben auf 20.200 € im Jahr verzichten kann, dürfte so schlecht nicht sein. Trotzdem bedarf sie offenbar einer deutlichen Aufstockung, falls man auch mal was dafür tun soll (wie im Olympiadefall). Hallo? Freilich haben sich Punkte der Darstellung (wie die Bezahlung von Pelletier) als zweifelhaft erwiesen. Bei allen normalen unterschiedlichen Sichtweisen scheint hier doch an mehreren belastbaren Stellen des Rosenkriegs mindestens eine Seite deutliche Gedächtnislücken aufzuweisen.
6. Kleine Lügen (III)
Es gebe aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln hielten. [..] Dass “Menschen von oben herunterfallen” sei ein Fall gewesen, der überhaupt nicht in dem Sicherheitsplan vorgesehen gewesen sei, betonte Schreckenberg.
Wir hatten hier schon verschiedentlich auf Entwicklungen in verschiedenen Forschungsgebieten hingewiesen, die einen schleichenden Verlust an Wissenschaftlichkeit bedeuten - insbesondere auch bei Computermodellierern, die de facto nur noch über ihre eigenen Programme und deren In- und Output “forschen”. Die Realität hat sich gefälligst anzupassen. (Wobei sich wohl zusätzlich allmählich herausstellt, dass nicht einmal die Behauptung der “herunterfallenden Menschen” stimmt.)