Archive for the 'Nullte Reihe' Category

Unbirthday (V)

Tuesday, August 24th, 2010

Noch ein Jahr, und es geht immer weiter. Schleppt sich, was das Blog angeht: hatten wir zuletzt nur 270 jährliche Neueinträge beklagt, wären  wir heute darüber froh (wenn ich recht sehe, zählen wir im vergangenen Blogjahr nurmehr knapp 200).

Was für ein Jahr! Wie viel passiert! Die vielleicht beste Zeit des Lebens, und ein paar schlimme Zeiten. Zuviel gereist, zuviel gesehen, zuviel erlebt. (Zumindest überlebt, so eben).

Natürlich, (fast) nichts davon im Blog. Wann auch? Der Bloggeburtstag passt, eine flüchtige Verbindungsminute aus Indien. Vertröstung der Leser auf bessere (schlechtere) Zeiten, wieder einmal.

Old blogs never die, they just forget updating.

Zurück! (IX)

Wednesday, July 28th, 2010

Jedenfalls erst einmal, so zwischendurch.

Was passiert? Was so auffällt:

1. Illu nackt.

Vielleicht hat Illu ja früher was zu sagen gehabt (vielleicht war er schon früher nur einflußarmer Finanzier der Blase von Makro & Co.) - jetzt ist er offensichtlich nur noch Attrappe von Schukow und Dworkowitsch. Verlegung der Kandidatenmatche nach Kasan auf Weisung im gewohnten konzeptionslosen FIDE-Stil.

2. Robi nackt.

Ein Gesprächstermin mit der Nationalmannschaft kam leider nicht zu Stande, weil der Präsident frühestens im Herbst wieder einen Termin für Schach erübrigen kann - so hört man von Jan G. Zwischendurch will er ja auch nur ECU-Chef werden, offenbar auch, ohne sich darum zu kümmern.  Transparenz bringt Sponsoren, lautet das Leitbild seiner Bewerbung. Jedenfalls aber weniger als € 10.000 für das wichtigste Mannschaftsereignis im Schach - da ist wohl entweder die Gleichung noch nicht ganz vollständig, oder die Transparenz im DSB noch nicht viel wert.

3.  Ein Trainer, der nicht trainert, ist eine Träne (und keine wert).

Ungewohnt offen ist derzeit überall nachzulesen, dass der Bundestrainer seine Arbeit nicht macht (etwa auch, dass wie selbstverständlich für das Training der Nationalmannschaft schon in Dresden extra Leute angestellt wurden, und dass dieser Punkt (nämlich die Sondertrainer - dass ein sinnvolles Training mit Bönsch möglich wäre, zog offenbar keiner mehr in Betracht) eine der kritischen Fragen beim Olympia-Eklat waren. Auf weitere Verdienste, etwa im Bereich der Verwandtenbeschäftigung und der Trainerakademie, hatten wir ja schon hingewiesen.

Im übrigen vertreten wir hier seit Jahren, dass Uwe Bönsch fristlos entlassen werden sollte.

4. Kleine Lügen (I)

Doch es fehlen 20.000€, um die Teilnahme der besten Auswahl an der diesjährigen Schacholympiade zu gewährleisten.

Haben Arkadij Naiditsch, Daniel Fridman, Georg Meier und Jan Gustafsson (”unterstützt vom Präsidenten des Deutschen Schachbundes, Herrn Robert von Weizsäcker”) unterschrieben.

Jetzt liest man in SCHACH, dass eigentlich 10.000 € gereicht hätten, und die Summe im Erfolgssinne “bewusst etwas höher angesetzt wurde”. Gustafsson hat offenbar kein Problem mit solchen Statements. Bin ich der einzige?

5. Kleine Lügen (II)

Richtig ist, dass Georg Meier den über drei Jahre laufenden Sponsoring-Vertrag, der ihm Gesamt-Netto-Zuwendungen von 20.2000 € pro Jahr garantierte, nach Ablauf der Saison 2008/2009 mit der einzigen Begründung gekündigt hat, dass die vertraglich festgelegte Beschränkung auf die Teilnahme an nur einer weiteren Liga sein schachliches Fortkommen behindere und er finanziell nunmehr dank der A-Kader-Förderung durch den DSB abgesichert sei.

Das ist nur eines der erstaunlichen Statements von Werders Gegendarstellung zu Georg Meiers Abrechnung mit dem Ex-Verein. Eine finanzielle Sicherung, für die man mal eben auf 20.200 € im Jahr verzichten kann, dürfte so schlecht nicht sein. Trotzdem bedarf sie offenbar einer deutlichen Aufstockung, falls man auch mal was dafür tun soll (wie im Olympiadefall). Hallo? Freilich haben sich Punkte der Darstellung (wie die Bezahlung von Pelletier) als zweifelhaft erwiesen. Bei allen normalen unterschiedlichen Sichtweisen scheint hier doch an mehreren belastbaren Stellen des Rosenkriegs mindestens eine Seite deutliche Gedächtnislücken aufzuweisen.

6. Kleine Lügen (III)

Es gebe aber immer Menschen, die sich nicht an die Spielregeln hielten. [..] Dass “Menschen von oben herunterfallen” sei ein Fall gewesen, der überhaupt nicht in dem Sicherheitsplan vorgesehen gewesen sei, betonte Schreckenberg.

Wir hatten hier schon verschiedentlich auf Entwicklungen in verschiedenen Forschungsgebieten hingewiesen, die einen schleichenden Verlust an Wissenschaftlichkeit bedeuten - insbesondere auch bei Computermodellierern, die de facto nur noch über ihre eigenen Programme und deren In- und Output “forschen”. Die Realität hat sich gefälligst anzupassen. (Wobei sich wohl zusätzlich allmählich herausstellt, dass nicht einmal die Behauptung der “herunterfallenden Menschen”  stimmt.)

Paper zero (II)

Monday, May 3rd, 2010

The authors attempt to impose a Klein group structure on certain logical conclusions. Their examples are not very convincing, e.g. in 3.1., they chose the properties a<b, b<a, a>b and b>a on real numbers as elements and claim that if two conditions are met and imply a=b, it would identify the inverse element. Even if one would take ≤,≥ as in the accompanying text, this would hardly match the claimed structure. Therefore, the paper might serve as a case study that seemingly simple operations can raise difficult didactical problems.

Auch  S. Bermudo, C. Dolores, P. Ruesga und J. M. Sigarretas “The Klein group and its applications” [Appl. Math. Sci., Ruse 3, No. 33-36, 1773-1785 (2009; Zbl 05693599)] wäre ein heißer Kandidat für einen worst paper award. Manchmal freut man sich direkt, die didaktischen Marken in der MSC zu haben - weniger ermutigend ist allerdings, dass tatsächlich eine der Beteiligten als Didaktikerin in Burgos Lehrer (ver?)bildet (zwei andere ordnen sich der Mathematikfakultät der eher unbekannten Universität im mexikanischen Guerrero zu, vierter im Bunde ein spanischer Ökonomiehistoriker).

Paper zero

Wednesday, April 28th, 2010

Als mir vor Jahren beim Aufarbeiten der algebraischen Geometrie-Lücken seinerzeit  A.Işik und C. A. Konyalioǧlus Artikel “A relation between Riemann theta functions and Jacobi theta functions.” [J. Inst. Math. Comput. Sci., Math. Ser. 14, No. 3, 259-264 (2001; Zbl 1081.14520)] in die Hände fiel, war der spontane Eindruck, dass dies ein natürlicher Kandidat für das schlechteste Paper ist, das ich je gesehen habe (inzwischen kenne ich viele Zumutungen in anderen Gebieten, aber für die algebraische Geometrie kann man das noch aufrecht erhalten). Im Guten konnte man es eigentlich keinem Referenten zumuten; die härteste Kritik war ohnehin, teilweise wörtlich zu zitieren:

The reviewer feels that it is best to quote from the paper literally to give an impression:
“Corollary 2: The relation between $R_3$ and $thata_3$ is $R_3/theta3 =1$.

Proof is to celar.”

From a mathematical viewpoint, the reviewer has problems e.g. of understanding the authors’ method of adding theta characteristics (somewhere in the paper even as bivectors of different lenghts).

In diesem Fall bin ich allerdings neidisch auf MR, die mit Andrei B. Bogatyrëv jemanden gefunden haben, der sich nicht durch die Zusendung beleidigt fühlte und seinen Verriss trocken einleitet mit

Not every text containing mathematical formulae or terminology may be considered as a scientific work.

Es folgen zwölf ausgewählte Punkte von besonders auffälligen Unsinnigkeiten. Es hätten auch fast beliebig mehr sein können.

Zurück? (IX) … oder, das Blog im Schlafwagenmodus

Saturday, October 3rd, 2009

Die ÖMG-DMV-Tagung letzte Woche in Graz (übrigens sehr schön, freilich fast keine deutschen Mathematiker vor Ort) hat den Rhythmus des Blogs wieder einmal völlig durcheinander gebracht, und die derweil zu Hause gestaute Arbeit tut ein übriges.

Leider hat die Verzögerung  auch die JT-Reihe gekippt; die Jahreszeiten wären jetzt nur mit unangemessener Hektik zu parallelisieren, weshalb wir es lieber aufs nächste Jahr verschieben.
Spaßig ist freilich ein Leserhinweis (der eher wieder zeigt, wie unsinnig diverse Statistiken sind): Seit das Blog in Totenstarre verharrt, ist (jedenfalls laut Alexa) - die Besucherfrequenz deutlich gestiegen! (Wenn man den kuriosen Maßstab anlegen wollte, den sich der offenbar in dieser Hinsicht bedürftige Redakteur von schachbundesliga.de sich hat anmessen lassen, wären wir jetzt das “populärste Schachblog”, wenn’s nur nicht so absurd wäre, dass etwa die viel lebendigeren schachblaetter um so vieles hinten rangieren).

Vielleicht schaut ja auch nur jeden morgen das Präsidium nach, ob dieses Blog auch wirklich tot ist.

Oder aber das Merkel-Prinzip (mit Nichtstun im Schlafwagen an die Spitze) funktioniert tatsächlich.

Unbirthday (IV) - [JT(5)]

Monday, August 24th, 2009

gäbst Du überhaupt auf, mir zuliebe?

Gib mir diese zwei Jahre. Dann gehen wir nach Westdeutschland für so lange Du willst. 

Denkst Du denn aufzugeben?

Natürlich: Es geht um Veränderung, Anpassung, und etwas Geduld.
Die Bestandsaufnahme im verflixten dritten Blog-Jahr ist einfach: Seit dem letzten Jubiläum war rank zero überwiegend faktisch tot.  Die Zahlen sind gnadenlos: Über viele Monate im Leerlauf der literarischen Jubiläen, kamen in den letzten zwölf Monaten gerade einmal 270 Nicht-Geburtstags-Beiträge zu Stande (zum Vergleich: jeweils mehr als 1000 in den Vorjahren). Selbst hoffnungsvolle Ansätze, wie die Olympia-Reihe Die Stunde der Komödianten,  konnten nicht zu Ende geführt werden, was angesichts der Realsatiren der Oberkomödianten wie dem Iwantschuk-Doping-Test allerdings nicht verwundert: Wer wollte das überbieten?

Das Blog kann immer noch für sich in Anspruch nehmen, frühzeitig in vielen Dingen richtig gelegen zu haben.  Die Entwicklung des letzten Jahres hat in vielen Aspekten (Doping, Nulltoleranz, Ramada-Connection) es zum breiten Konsens werden lassen, dass die Führung des Schachbund sich größtenteils als verkommener Haufen darstellt. (Ein kleines Beispiel: Das unsäglich peinliche Pokalfinale, wobei die Folgen der Zusammenlegung mit dem Funktionärs-Nebenverdienst-Cup hier schon 2008 Thema waren - ein Jahr drauf war diese Erkenntnis dann Mainstream.)

Das macht das Blog natürlich auch ein wenig überflüssig, erklärt aber nicht den Schwund - vor allem war es denn doch ein klarer Wechsel der Prioritäten (und der verfügbaren Zeit; realistisch gesehen, ist hier frühestens ab 2010 echte Besserung zu erwarten).  Es war ein Jahr der angeblich großen Ereignisse für das Schach in Deutschland (WM, Olympiade) - wir nahmen eher den Katzenjammer vorweg.

Merkwürdig war zu beobachten, dass auch im Kleinen parallel zum deutlichen schachlichen Höhenflug (beste Allzeit-Plazierung eines vorpommerschen Vereins und Verhinderung des Aufstiegs der 2. Mannschaft in die Oberliga sowie der 1. Mannschaft in die 2. Liga nur durch das Elend der 1. Liga, beste Pokalleistungen einer MV-Mannschaft samt dem denkwürdigen 3:1-Sieg gegen die Schachfreunde B) die Resonanz hier im Blog eher abnahm - eher pflichtgemäß=bemüht kamen die Berichte der doch nicht ganz alltäglichen Erfolge. Was allerdings wieder insofern nicht verwundert, als dass die Schachbund-Wettbewerbe eben immer unattraktiver werden - die Pokalkatastrophe war ja schon angesprochen, aber auch angesichts der Pinkelpflicht (derzeit ab 2. Liga) stellt sich die Frage, ob man nicht prinzipiell auf solche Aufstiege verzichten sollte (zumindest in diesem Verband). Großen Spaß macht es jedenfalls nicht mehr.

Und so hat denn ironischerweise das Blog im bislang schwächsten Jahr seines Bestehens  erstmals vielleicht ein stringentes Thema gefunden, das man dereinst mit dem Nach-Wissen lesen könnte als: Abschied vom Schach. Kein leichter offenbar, man schaue nur in die vielen Liebeserklärungen an das Spiel an - aber gerade wie der ehrliche Zorn der Anfangszeit in eher achselzuckendes Kopfschütteln übergeht, es mag doch als Zeichen dienen. Es passt auch ganz gut in große Bild: Wie traurig bietet sich das Weltschach doch dar! Was für Figuren können da hochkommen! Wie werden Talente in frustrierte Resignation getrieben!

Vielleicht kommt aber doch etwas anders. (Wer mochte etwa erwarten, dass das Nulltoleranz-Thema - einmal leicht angetippt - sich durch die unermüdliche Arbeit vieler im Nordosten zu einer Pleite der Autokraten des Schachbunds ausweiten würde?)

Wir geben nicht auf. Wir fangen noch einmal an.

Der Himmel über Berlin (II)

Saturday, July 25th, 2009

Da bin ich vor dem Monsun in Korea geflohen, und jetzt verfolgt er mich bis Deutschland

charakterisiert diesen Sommer bisher wohl am Besten. Gestern hat sich mal wieder alles entladen - nach dem drohenden Aufmarsch der Gewitterfront

sah es fünf Minuten später so aus:

Aber, das war, ganz bestimmt, vorerst der letzte Tropensturm  - schließlich ruht zur Abwechslung das Blog hier in den nächsten Wochen seit langer Zeit mal wieder nicht aus dienstlichen, sondern anderen Gründen.

Die Eulen Füchse Wellen fliegen wieder

Friday, June 12th, 2009

Die Klügste Nacht des Jahres diesmal ohne Wappentier - eigentlich ziemlich schade.


Aber unser Pokalaus hat - außer der Ramada-Kassel-Vermeidung - noch ein weiteres Gutes: Die Simultantradition muss nicht weiter unterbrochen werden: Ich werde mich wieder einmal im Adlershofer Schrödinger-Zentrum den Massen stellen. Hoffentlich halte ich trotz des akuten Schlafdefizits wieder bis zum Ende (erfahrungsgemäß eher gegen 2 Uhr) durch…

Zurück? Nö.

Friday, May 8th, 2009

Bekanntlich läuft dieses Blog seit einiger Zeit auf Sparflamme, und dies wird wohl auch noch ein paar Monate so weitergehen. Immerhin gibt es so leichte Anzeichen, dass so ab Herbst ab und an etwas mehr Zeit für Schach abfällt. Immerhin haben wir eine ganze Menge Analysen offen - von den unabgeschlossenen Serien ganz zu schweigen.

Naja, morgen steht erst einmal noch als Saisonhöhepunkt das Hein-Pokal-Viertelfinale mit dem Nordderby in Greifswald an, und dann   muss ich irgendwann mal ans Material.
Jedenfalls ist es bei dem ganzen Blogsterben ringsherum  offenbar ausgeschlossen, dass wir die Seiten hier auch langsam runterfahren - schließlich sind wir immer gegen den Strom geschwommen.  Und als zusätzliche Motivation darf man heute noch lesen, warum deutsche Blogs nichts funktionieren:

Die Deutschen werden nicht arbeiten, wenn sie kein Geld dafür bekommen, und Bloggen wirkt auf sie verdächtig wie Arbeit. In Amerika verdient man mit Bloggen nur indirekt Geld, durch Ruhm und Bekanntheit, die einem der Blog bringt. Da ein deutscher Blog kaum Ruhm oder Bekanntheit bringen wird, gibt es keinen wirklichen Grund zu bloggen.

Ja, dann. (Geschäftlich ist das dümmliche Geschwätz der SZ natürlich genial - es bestimmt -zig Links eingebracht).

Berlin eclipse

Tuesday, April 7th, 2009

Manche astronomische Ereignisse wie Sonnenfinsternisse kann man bekanntlich nur von speziellen Orten aus betrachten.

Einen Tag vorher wäre der Bedeckungsgrad noch etwas höher gewesen, aber da spielte das Wetter leider nicht. Das ganze noch einmal in bewegten Bildern:

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