From the author’s conclusions: We have analyzed the claims of L. A. V. Carvalho [Nonlinear Anal., Theory Methods Appl. 63, No. 5–7 (A), 725–734 (2005; Zbl pre05502600)] that several theories of Mathematics and also the Theory of Relativity are inconsistent. We have shown that all inferences of [loc. cit.] are the result of a simple fact: the author does not know the implicit function theorem and, of course, is not able to apply it.” [..] “We believe [..] that the time has arrived for editors to choose better referees for their journals, who at least must know advanced calculus.”
Im Falle des Artikels von E. Capelas de Oliveira und W. A. Rodrigues jun. A comment on: `On some contradictory computations in multi-dimensional mathematics’ [Nonlinear Anal., Theory Methods Appl. 67, No. 7 (A), 2316-2320 (2007; Zbl 05171478)] war es ausnahmsweise einmal ein Genuß, einfach Passagen des Originaltextes als Referat zu übernehmen.Sie treffen nämlich einfach zu, und liefern gleichzeitig die adäquate Einschätzung des kommentierten Artikels.
Dieser bewusste Forschungsbeitrag kennzeichnet im übrigen etwas die Schwierigkeiten, die man bei solchen Werken hat - bislang hatte sich nämlich kein Mathematiker gefunden, der ihn überhaupt referieren wollte (man will schließlich einigermaßen ernst genommen werden und andererseits nicht das Risiko eingehen, sich bei ehrlicher Einschätzung danach mit Verrückten herumschlagen zu müssen; wer einmal den Fehler gemacht hat, einem Fermatisten zu antworten, weiß, wovon ich spreche). Zum Glück liefert nun der Kommentar ausreichende Information.
Bleibt die Frage, wer denn nun als Referee für das Elsevier-Journal die Sache akzeptiert hat. Möglicherweise auch niemand - die betreffende Ausgabe der Zeitschrift covert nämlich die “Invited Talks from the Fourth World Congress of Nonlinear Analysts (WCNA 2004).” Wie sich an diesem Beispiel zeigt, eine zweifelhafte Praxis, denn es besteht keinerlei Garantie, dass die eingeladenen Vorträge auch seriöse Forschung beinhalten (in jedem Falle müssten solche Konferenzausgaben genauso das peer reviewing durchlaufen wie jeder andere Artikel).
Dass das Ding hingegen ein invited talk bei einem Kongress mit solch wohlklingendem Namen wurde, verwundert weniger. Was nämlich seit Jahren auch unter der Bezeichnung Nonlinear Analysis ode neuerdings Nonlinear Science daherkommt, füllt auch viele Seiten des hier und woanders öfter genannten Chaos Solitons & Fractals und verwandter Journale. Seinerzeit habe ich mich etwas geärgert, dass diese Leute ihr Gebräu aus halbgaren Computersimulationen und -graphiken zu einer eigenständigen Wissenschaft (eben Nonlinear Science) deklarierten - inzwischen sehe ich es entspannter und tröste mch, dass sie zumindest nicht mehr explizit behaupten, dies hätte etwas mit Mathematik zu tun.
Freilich ist ihnen selbst das nicht immer bewusst, und wenn sie es vergessen, kommt halt On some contradictory computations in multi-dimensional mathematics heraus.
Auf der Artikelseite selbst gibt es übrigens auch zwei Jahre nach Erscheinen des comments (im selben Journal!) keinen Hinweis auf diesen.