Reality according to Schirrmacher
Es gibt keine schönere Herausforderung als diese: Nicht nur das Internet zu erobern, sondern auch gegenzuhalten und Optionen anzubieten. Eine Option ist die Tageszeitung selbst, die von manchen allzu voreilig totgesagt wird - und zwar gerade von jenen mit Vorliebe, die von der Ausbeutung fremder redaktioneller Inhalte leben. Fast alles, was im Netz auf Dauer ernst genommen wird, hat seine Urquelle in den Zeitungen.
So gestern am Sonnabend in der Dankesrede zum nunmehr auch entwerteten Jacob-Grimm-Preis. Aus dem Munde des vielleicht größten Zweitverwerters des deutschen Medienbetriebes (man wird freilich wohl auch in Zukunft leider vergeblich darauf warten müssen, dass ihm die Universität Siegen den Doktortitel aberkennt) klingt dies irgendwie kurios.
October 29th, 2007 at 4:01 pm
Also in mein Bild des Journalismus passt das zu 100 %. Ich habe Karl Kraus in der Sache ja schon mehrfach paraphrasiert: Ein Journalist darf nicht nur keine eigenen Gedanken haben, sondern muss auch unfähig sein, sie auszudrücken. Was diese ganze Zunft (mit Ausnahme einiger weniger Lichtgestalten) produziert steht in einem derartig absurden Verhältnis zu ihrem Habitus, dass Schirrmachers Goldene Worte da den Braten auch nicht mehr fett machen.
Ich gebe zurück ins Funkhaus …
October 31st, 2007 at 8:21 am
Respekt, schneller als medienlese! Ich verlinke mal trotzdem:
http://medienlese.com/2007/10/30/frank-schirrmachers-welt/
November 13th, 2007 at 11:45 am
Und weil es so schön passt, darf hier auch Michael Konken, der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, mit seiner Bundeskongessrede zu Wort kommen:
Also dann, bis zur Entrümpelung dieses Blogs - so schöne Freudianismen wie “wir müssen qualitativ ausdünnen” werden wir wohl ohne entsprechende ethische Standards nie zu Wege bringen…