Pál Benkő 80

Zum Geburtstag des ungarisch-amerikanischen GMs kein Wolga-Gambit, sondern eine eher unbekannte Partie, über die ich gestolpert bin. Der Gegner war zwar kein ganz großes Kaliber, dafür sind die varianten höchst eindrucksvoll - und ein ersticktes Matt (zumal quasi aus dem Nichts heraus) kommt in der Großmeisterpraxis nicht oft vor.

Benkö,P - Horowitz,I [A14]

USA-ch New York (9), 1968

1.c4 c6 2.Sf3 d5 3.b3 Sf6 4.g3 e6 5.Lg2 Le7 6.0-0 0-0 7.Lb2 a5 8.a3 c5
Tempoverlust. Besser 8…Sbd7. 9.cxd5 exd5 10.d4 Sa6 11.Sc3 Lf5








Weiß nutzt konsequent seinen leichten Entwicklungsvorsprung undspielt im Zentrum - mit einem Seitenblick hin zum schwarzen König. Es wäre interessant zu wissen, ob hier schon das folgende Qualitätsopfer geplant war. Eigentlich müsste man hier schon das in 9 Zügen folgende Stickmatt berechnen … sieht es jemand? 12.Se5! cxd4 13.Dxd4 Sc5








Wenn Weiß auf b3 decken müsste, wäre für Schwarz alles in Ordnung. Es kommt aber das folgende opfer, das in seinen vielen Vezweigungen vermutlich eher gefühlt als berechnet wurde. 14.Sxd5!! Sxb3 15.Df4








15…Sxd5? Hier konnte sich Schwart zäher verteidigen: Nach 15…Le6 16.Sxe7+ Dxe7 17.Tab1 ist zwar das Läuferpaar überlegen, aber nach 15…Lc2 muss sich Weiß zum tollen 16.Tad1!! durchringen. Man sehe: 16….Lxd1 17.Txd1 Kh8 18.Dc4 Sc5 19.Se3 De8 20.Sf5 Tc8 21.Dh4 mit einer Talschen Angriffsstellung - es droht nichts direkt, aber Weiß steht einfach überlegen, z.B. 21….Db5 22.Ld4 Tce8 23.Sxg7! 16.Dxf5 Sxa1 17.Sxf7!








Weiß spielt wunderbar präzise. Er hat einen Turm weniger auf dem Brett und riskiert mit dem Textzug auch noch eine Fesselung - aber alles geht! 17…Dc8 Naheliegend, aber unzureichend. Die Abwicklungen 17…Txf7 18.Lxd5 De8 19.Txa1 oder 17…Sf4 landen einfach in einem verlorenen Endspiel. 18.Sh6+! Kh8 19.Dxd5! Sc2 Lässt einen schönen Schluss zu. 20.Dg8+! 1-0

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