Oh wie schön ist Ramada

Wer sich ein wenig im Volkssport umschaut, erkennt schnell, dass der Begriff “Großmeisterremis” für schnelle Unentschieden eigentlich längst überholt ist. Natürlich ist oben die Quote höher, was aber vor allem an weniger Einstellern liegt. Der Zugdurchschnitt dürfte dagegen weit über dem liegen, was man so im Amateurbereich sieht - vor allem bei Turnieren, die in 2 Runden/Tag ausgetragen werden.

Ich hatte dieses Problem ja schon anhand der MV-Landesmeisterschaften illustriert - sehr schön war es aber auch wieder beim jüngsten Ramada-Cup in HH zu sehen. Die Remisen haben vor allem pragmatische Gründe - man schont sich lieber einmal und schlägt dann in der anderen Partie zu. Normalerweise würde man denken, dass man sich allzuviel Unentschieden auf die kurze Distanz von 5 Runden Schweizer System gar nicht erlauben kann, aber die Endstände sprechen eine andere Sprache.

Schauen wir mal zur A-Gruppe - da reichten bei 30 Teilnehmern nicht nur +3 =2 zum Sieg, sondern gar 3,5 Punkte zum dritten Platz Ulli Reyer (Glückwunsch!) in gewohnter Manier, auch wenn er diesmal seinen legendären Zugschnitt aus MV-Meisterschaften nicht erreicht haben dürfte. Faszinierend, dass Buchholz ihn hochhievte, obwohl man das bei der Verteilung der Siege auf Start- (klar) und Schlussrunde (mit =3 dazwischen) eigentlich nicht erwarten sollte. Naja, halt Buchholz…

Insgesamt genügte dreimal die +2 =3 zur Qualifikation. Fast noch effizienter die B-Gruppe - sechsmal +3=2 vorne, bei 70 (!) Teilnehmern! Man darf sich halt einfach gegenseitig nichts tun, dann kommt man auch weiter.

Andererseits, irgendwann will man ja auch noch etwas Freizeit haben. Hoffentlich haben wenigstens viele Teilnehmer die freie Zeit zum Besuch der CD Friedrich-Ausstellung in der Kunsthalle benutzt…

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