Magdeburger Pokalzwischenrunde - 2/2 mit Spaß dabei (IV)

Hätte ich gewusst, wie lange sich die Pokalaufarbeitung hinzieht, hätte ich wohl gar nicht erst angefangen. Inzwischen steht sowieso schon alles Wichtige im Netz, ich sammle mal:

Bericht auf der Magdeburger Seite inklusive Fotos

Das Ganze bei Rotation …

…und bei Salzgitter

Rikers unparteiischer Bericht aus Kibitz-Sicht

Bringen wir es also auch hier zu Ende. Zuerst aber der Schleichwerbeteil, der in den ersten Teilen sträflich vernachlässigt wurde - er ist zwar vom Schachbund noch nicht zwingend für Berichte vorgeschrieben, aber die Tendenz geht klar dahin, üben wir also schon mal:

Magdeburg habe ich zuletzt vor fast zwanzig Jahren besucht, nämlich anläßlich der DDR-Jugendliga (was bin ich alt geworden…). Vielleicht täuscht die Erinnerung, aber damals hatten wir wohl immer schlechtes Wetter und einen dementsprechenden schlechten Eindruck mitgenommen (mal vom schönen Dom abgesehen). Außerdem mussten wir dauernd nach den Spielen hektisch zum Bahnhof rennen, um den letzten Rostocker Zug zu bekommen.

Das hat sich deutlich gebessert, schon allein weil diesmal das Wetter nicht so unfreundlich war (aber auch unser ML Manfred rausch konnte sich auf die Züge verlassen). Das Zentrum hat man überraschend gut hinbekommen, und unsere Unterbringung in der Jugendherberge war wunderbar zentral. Die Kiddies waren so gut abgerichtet, dass sie ihre lärmenden Nachtparties nur vor dem Raum unseres ML Manfred Rausch durchzogen - der bekam zwar kein Auge zu , musste aber zum Glück nicht spielen.

Nicht zu beheben war, dass uns zur Freizeitgestaltung nur die Zeit zwischen 9 Uhr abends und 9 Uhr morgens blieb - leider war es schon dunkel, und der Dom schon zu. Die tolle Mittelalterausstellung war sowieso nur bis Ende 2006 da. Blieben also die angenehmerweise rund ums Quartier reichhaltig vertretene Gastronomie (ok, ein wenig haben wir auch noch in den Rechner geschaut, aber im Pokal ist das sowieso sinnlos; am meisten habe vermutlich ich mich am Sonntagmorgen vorbereitet, mit dem Rekordergebnis, dass ich schon im 3. Zug out of book war - s.u.).

In der knappen Zeit waren insgesamt leider nur die drei nächsten Lokale zu schaffen. Am Mittag war schon der Grieche eine optimale Vorbereitung für die Samstagsrunde gewesen, und sogar meine Muscheln erwiesen sich als frisch & gut (obwohl ich die eher als Ausrede für den Fall einer Niederlage bestellt hatte). Abends arbeiteten wir uns dann beim Tschechen durch die böhmische Küche und die verschiedenen Sorten Staropramen (leider werden die ganz originalen Biere praktisch nicht exportiert, aber auch der etwas herbere Prager Export schlägt fast den ganzen deutschen Markt). Eigentlich hatte ich mir ja fürs Wochenende vorgenommen, endlich ernsthaft mit Pynchons “Against The Day” zu beginnen, aber dann kam der Pokalanruf, und am Samstagabend war es dann doch etwas zu viel Bier. Ach so, die Siegesfeier dann am Sonntag beim ebenfalls exzellenten Italiener.

(Kurz nachzählen: 3 Restaurants, 1 Jugendherberge, 1 Buch, 1 Ausstellung, der Dom, die DB und Magdeburg als Fremdenverkehrsziel positiv erwähnt - das muss reichen und mir KDL erst mal in dieser Kürze nachmachen. Sollte sich die Auslastung durch reisende Schachspieler signifikant erhöhen, bitte einen Teil der Gewinne für die Nachwuchsarbeit von Aufbau Elbe Magdeburg spenden).

Ach ja, die Nachwuchsarbeit. Wir wussten natürlich, dass es schwer wird. Schon zu DDR-Zeiten war die damalige Aufbau Börde einer unserer härtesten Konkurrenten, auch diesmal lag der Altersschnitt deutlich unter unserem. Die Wahrnehmung ist allerdings etwas subjektiv: “Gegen Gordon Andre solltest du noch mal gewinnen - den hungrigen Nachwuchs muss man schlagen, bevor er groß und stark wird.” - “Äh, ich glaube, der ist auch schon 27.” “Was?! Wie die Zeit vergeht…” Tja, ganz schön alt sind wir geworden - aber das Thema hatten wir wohl schon mal.
Als kleine Überraschung stellten wir nach der aktuellen ELO-Liste auf und nicht wie gegen Salzgitter nach der vom Oktober. D.h. ich rutschte dank eines kleinen Pünktchens (2287:2286) an drei. Die Magdeburger hatten natürlich als Underdog viel mehr Spielraum. Wie erwartet kam zum Sonntag noch eine Verstärkung, nämlich Robert Offinger, und der gleich an zwei. Jevgeni Degtjarew blieb an 1, fast erwartet, dass er sich den IM R* nicht nehmen ließ. Ich war der Unterklassige (Gordon hat schließlich 2321) - na gut, das war jetzt übertrieben eitel, und durch unser Weiß an zwei und drei mindestens wettgemacht.

Hier sei noch einmal das magdeburger Foto vom Kampf zitiert - verbissene Tegeler gegen lockere Gastgeber. Der Autist an drei versucht gerade, sich an die Widerlegung zu erinnern, nachdem er schweren Herzen von Brett 4 abgewichen ist (s.u.).
Wesentlich war am Ende die Berliner Wertung, und wir hatten auch ziemlich gezielt darauf hingearbeitet. Dass R* an 1 auch mit Schwarz nicht verlieren wird, waren wir uns relativ sicher - es mussten also nur 1,5/2 aus den mittleren Weißpartien her. Eine umgekehrte Farbauslosung wäre vielleicht unangenehmer gewesen. Der Plan wurde, wenn auch am Ende recht knapp, umgesetzt - wobei Brett 1 zwar doch mal gefährdet stand und die Remisbreite bei mir auch ziemlich groß war. Andererseits hätte R* am Ende auch noch problemlos auf Sieg weiterspielen müssen, zumindest T+L gegen T könnte rauskommen, und da ist er ein Riese.

Teschke,O - Andre,G [C18]
Deutscher Mannschaftspokal Zwischenrunde Magdeburg (3.3), 14.01.2007

1.e4 e6 2.d4 d5 Es dürfte ein ziemlicher Rekord sein, nach dem 2. Zug trotz mehrerer investierter Stunden schon aus der Vorbereitung raus zu sein. Wie kam das? Man muss im Pokal sich auf eine ganze Menge einstellen, da man ja weder den Gegner noch die Farbe kennt. Aus pragmatischen Gründen wollte ich daher die möglichen Varianten eingrenzen. Sowohl Gordon als auch Jens Windelband spielen Französisch, beide kennen viel Theorie, allerdings kommen auch Nebenvarianten vor: Der eine wählt auf 3. Sd2 die Folge Sf6 4. e5 Se4, der andere auf 4. Sc3 Sf6 4. e5 Se4. Damit ich nicht so viel lernen musste, beschloss ich, den kleinen Vorteil nach 5. Sxe4 mitzunehmen und das intensiv anzuschauen. Kleines Problem: Am Brett konnte ich mich nicht mehr erinnern, wer von beiden Se4 auf Sd2 und wer das nur auf Sc3 spielte! Dumm gelaufen, zumal ich mich dunkel erinnerte, dass auf den jeweils anderen Zug Hauptvarianten kamen. Was tun? Da ich Sd2 und Sc3 spiele, blieb mir nur, eine Münze zu werfen. Weil das aber während der Partie blöd aussieht, schaute ich zum Nebenbrett - wenn sie dort bei einer geraden Zugzahl waren, wollte ich Sc3 spielen, sonst Sd2. Natürlich stand bei Stephan genau dieselbe Stellung nach e4 e6 d4 d5 auf dem Brett, also spielte ich mit einem fatalistischen Grinsen 3.Sc3 und ärgerte mich nach Lb4 Na gut, könnte schlimmer sein. Soll ich zu einer meiner Spezialabweichungen greifen? Lieber nicht, darauf ist mein Gegner bestimmt vorbereitet und kennt die besser als ich. 4.e5 c5 5.a3 Lxc3+ Allmählich staunte ich doch. Ich konnte mich noch dunkel erinnern, bei der Vorbereitung La5-Partien angeschaut zu haben (wenn auch nicht von wem), aber die Hauptvariante war mir nicht erinnerlich. Immer diese Wechsel… 6.bxc3 Se7 Bis hierhin war die Stellung noch deckungsgleich mit Brett 4. Eigentlich könnte man ja die Züge kopieren und hinten 1:1 machen - das wäre den Zahlen angemessen, und vorne sind wir ja deutlich stärker. Aber nein, das wäre ja unsportlich. Weichen wir also ab - an 4 kam jetzt 7.h5. 7.Dg4 0-0 Na toll. Ich hasse es, gegen mich selbst zu spielen. Mein Score gegen diese Variante ist zwar sehr gut, aber “irgendwie habe ich dabei immer ein ganz mieses Gefühl”. 8.Ld3 Da5?! Aufatmen: Das hatte ich doch vor fünf Jahren in einer Vorbereitung doch mal auf Sieg analysiert? Dummerweise kam es damals nicht aufs Brett, weshalb ich natürlich alles vergessen habe. Nach der Partie stellte ich fest, dass zwischendurch die Variante sogar richtig modern wurde und die Widerlegung dann mal von Rainer Polzin aufs Brett gebracht wurde. Man kann ja nicht alles wissen… 9.Ld2 Sbc6 10.Sf3 f5 11.exf6 Txf6








Ich versank ich in tiefes Erinnern. Würde mir die richtige Variante noch einfallen? Lxh7 war zu prüfen, aber das konnte es nicht sein. Also 12.c4! Aus meiner Sicht am genauesten. Erstaunlicherweise schieben die Profis meist 12.Dh5 Sf5 ein und dann 13. c4 (13.g4 c4 14.gxf5 cxd3 15.Tg1 war die alte Hauptvariante) Da4 usw. (s.u.) ein. Aus meiner Sicht ist der Textzug viel flexibler, da die Dame nicht immer optimal auf h5 steht. 12…Dc7?
Bei dieser Folge vielleicht der schlechteste Platz. Die Umstellung zahlt sich aus. 12…Da4 war meinem Gegner zu Recht suspekt, da die Dame nicht mehr verteidigend eingreifen kann - es folgt 13.Dh5 Sf5 14.g4 dxc4 15.Le4 Scxd4 16.gxf5 Sxc2+ 17.Kf1!; 12…Dd8 13.Dh5+/=; 12…Db6 13.Dh5 g6 14.Dg5 +/= 13.Dg3! Das ist die Crux - das entstehende Endspiel ist unglaublich gut für Weiß 13….Dxg3? 14.hxg3 h6?! Hier sollte vielleicht sogar schon besser die Qualität geopfert werden: 14…cxd4 15.Lxh7+ Kf7 16.Lg5 dxc4 17.Le4 e5 18.Lxf6 gxf6 19.Tb1 f5 20.Lxc6 Sxc6 21.Sd2 c3 22.Sc4 15.dxc5 Der Tripelbauer sieht komisch aus, aber wesentlich ist, dass sich Schwarz kaum rühren kann. Außerdem hat Wei�Läuferpaar und Mehrbauern. 15….d4 Gibt einen weiteren Bauern, ist aber die beste Chance. 16.0-0 e5 17.Tfe1 Sg6 18.Lxg6? Hier wollte ich schon spontan Tab1 spielen, steckte dann für die “wichtige Entscheidung” nochmal richtig Zeit rein - und entschied mich falsch, da ich fürchtete, dass sich nach b6 zuviele Bauern tauschen. Aber 18.Tab1! b6 (18…Lf5 19.Txb7 Taf8 20.Lxf5 Txf5 21.Td7 Tc8 22.c3) 19.cxb6 axb6 20.Txb6 Txa3 21.c5! ist einfach glatt gewonnen. 18…Txg6 19.Sxe5 Zwei Mehrbauern, aber immer noch keine klare Gewinnstellung.








19…Te6?! Am meisten fürchtete ich 19…Sxe5 20.Txe5 Ld7 21.Td5 Lc6 22.Txd4 und ich muss trotz dreier Mehrbauern noch sehr viel Technik zeigen. 20.Sd3 Txe1+ 21.Txe1 Lf5 22.f3 Zum Glück passen wenigstens die stillen Züge. 22….Lg6 22…Td8 23.g4 Lg6 24.g5 23.Tb1 Te8








24.Sf4? Und noch so ein Schwachsinn. Geplant war natürlich 24.Txb7 Te2 25.Sf4, aber in beginnender Zeitnot fehlten mir die Minuten, um zu sehen, dass nach 25…. Txd2 26.Sxg6 Txc2 27.Tc7 d3 28.Txc6 d2 29.Td6 Tc1+ 30.Kh2 d1D 31.Txd1 Txd1 32.c6 durch ist. Daher kurzfristig umentschieden, was meist zum Partieverlust führt. Ganz so schlimm kommt es nicht. 24…Lxc2 25.Txb7








25…Se5? Zum Glück macht Schwarz es mir einfach. Auf 25…Te7 hätte ich in der Eile wohl mit 26.Txe7? getauscht (26.Tb2 d3 27.Kf1+/-) und mich nach 26…Sxe7 27.Sd5 Sc6 28.Sb4 Sxb4 29.axb4 Ld3 30.b5 Lxc4 31.b6 axb6 32.cxb6 La6 seehr lang machen mssen. 25…g5 war gerade noch berechnet worden: 26.Sd5 Te2 27.Tc7 Txd2 (27…La4 28.Sf6+ Kf8 29.Se4) 28.Txc6 Lb3 29.Txh6 Lxc4 30.Se7+ Kf8 31.Sf5 26.Sh5! Das ist dann doch zuviel. 26….Te6 27.Txg7+ Kh8 28.Txa7 Sxc4 29.Lb4 Se5 30.Ta8+ Kh7 31.Ta7+ Kg8 32.Sf4 Tc6 33.Ta8+ Kf7 34.Td8 d3 35.Td5 Sc4 36.Sxd3 Ta6 37.Sf4 Sxa3 38.Td2 Lf5 39.Ta2 1-0 Eigentlich fast alles falsch gemacht, aber es hat gereicht.Durch den knappen Wertungsvorteil (Sieg an 3, Verlust an 4 - was aber eher an den Farben als an unserer kleinen Rochade lag) genügte das Remis an 1:

Degtiarev,E - Stern,R [A52]
Deutscher Mannschaftspokal Zwischenrunde Magdeburg (3.1), 14.01.2007
1.d4 Sf6 2.c4 e5 „Mein Gegner wollte anscheinend unbedingt gewinnen, warum sonst hätte er mit Budapester Gambit eröffnen sollen? Er spielt sonst immer Damengambit, und Budapester nur gegen 2100er bis 2200er.“ „Da siehst Du mal, welchen Eindruck Du gestern hinterlassen hast!“ In Wirklichkeit lag es nur daran, dass der Pokal nicht ELO-ausgewertet wird, da kann man für den wichtigen Sieg an 1 schon etwas mehr riskieren. 3.dxe5 Sg4 4.e3 Sxe5 5.Sh3 g6 6.Sc3 Lg7 7.f4?! Merkwürdiger Mix zweier Aufbaummöglichkeiten gegen Budapest. Standard ist 7.Sf4 oder gleich 5. f4; auf f2 steht der S schlecht. 7…Sec6 8.Sf2 0-0 9.Le2 d6 10.0-0 Sd7 11.Dd2 Sf6 12.Tb1 Te8! Am genauesten. Die Alternativen 12…a5 oder 12…Lf5 haben alle ihre Schattenseiten. 13.Sd5 Lf5 14.Ld3 Lxd3 15.Dxd3 a5 16.Ld2








16…Sxd5 Das Wünschenswerte 16…Sb4 scheitert an 17.Sxb4 axb4 18.Lxb4 Txa2 19. La3 17.cxd5 Sb4 18.Dc4 c6 19.dxc6 d5!? Ruhiger wäre 19…Sxc6 mit der Idee d5-d4. 20.Tbc1 d5 21.Db5 Ta6 21…d4?! 22.e4 Ta6 23.b3) 22.b3 (22.Sd3 Tb6 23.Dc5 d4) 22…Tb6 23.Da4 Lf8 24.a3 Te6 20.Db3 bxc6 21.Tfc1








21…d4? Danach gerät Schwarz in Nachteil. Etwas akrobatisch, aber gut ist 21…Te6 22.a3 Sa6 23.Da4 Sc7 24.Sd3 (24.Txc6?? De8 25.Tbc1 Ta6) 24…Sb5=/+ 22.e4 d3 23.a3 Sc2 24.e5 Sd4 25.Dxd3 f6 26.Lc3 Trotz des Minusbauern hat Schwarz noch einige Ressourcen, wodurch die Partie in der Remisbreite bleibt. 26.Sg4 verbessert den Sf2, aber fxe5 27.fxe5 Lxe5 28.Te1 Lg7 29.Txe8+ Dxe8 30.Sh6+ Lxh6 31.Te1 Dd7 32.Lxh6 Td8 33.Lg5 Tf8 reicht aus. 26…fxe5 27.Lxd4 Dxd4 28.Dxd4 exd4 29.Txc6 Te3 30.Td1 Tb8 31.Tc2 Tbb3 32.Tcd2 Kf7








Die schwarzen Türme sind sehr aktiv, allerdings ist der L durch d4 blockiert. Bei genauer Spielweise könnte Weiß durch Manövrieren Vorteil sichern. 33.Kf1?! 33.Sd3 Weiß muss vor allem die schwachen Königsflgelbauern halten. 33….Kf6 34.Se5 Kf5 35.Sc4 a4 36.Sxe3+ dxe3 37.Tc2 Lxb2 38.Kf1 Kxf4 39.Tc4+ Kf5 40.Txa4 33…Ke6 34.Te1 34.Sd3 Kf5 35.Sc1 Tb7 36.Se2 d3 37.Txd3 Txd3 38.Txd3 a4 39.Kf2 Lxb2 40.Td5+ Kf6 41.Ta5 Lxa3 42.Txa4 34…Kf5 35.g3 h5








Danach könnte es knapp werden. Besser 35…a4 36.Txe3? Ein typischer Zeitnotzug, der vieles abholzt und keinen Vorteil übrig lässt. 36.Tc1 und Schwarz ist in akuter Gefahr, etwa 36….Tb5 37.Tc6 Lf6 38.Sd3 Lh8 39.Td6+- 36…dxe3 37.Td5+ Ke6 38.Td3 Txb2 39.Txe3+ Kd5 40.Tf3 Lf6 41.h4 Ke6 42.f5+? Inzwischen ist der L eine dominierende Leichtfigur, und Weiß nur noch theoretischen Vorteil. Der Textzug gibt a3 auf und riskiert den Verlust. 42.Se4 Le7 43.Te3 Kf5 44.Sf2 Lf6 45.Td3 +/= 42…gxf5 43.Sd3 Ta2 44.Sf4+ Kd7 45.Sxh5 Lb2








46.Sf4?! Genauer 46.Tf2 Ta1+ 47.Kg2 Lxa3 48.Sg7 a4 49.h5 Lc5 50.Tc2 Lf8 51.h6 a3 52.Td2+ Kc6 53.Td8 Lc5 54.Tc8+ 54.h7 Ta2+ 55.Kh3 Lg1) 54…Kb6 55.Ta8 Ta2+ 56.Kh3 Lg1 57.Sxf5 Th2+ 58.Kg4 a2 59.Kf3 Kb7 60.Ta4 Kc6 61.h7 Txh7 62.Txa2 46…Txa3 47.Tf2 Le5 Hier gab es bei Magdeburg die Furcht vor 47….Txg3, was natürlich das Remis forciert, aber völlig unnötig ist. Ich zitiere die Magdeburger Seite: „Ich habe etwas gesehen, was der IM nicht gesehen hat!“ - Mc blühte auf; „Das hat die Stellung doch gar nicht mehr nötig, ich hab doch meinen Freibauern auf der a-Linie!“ IM Sternchen, nach der Partie, als er von Mc zur oben genannten Sache befragt wurde. 48.Sg6?! Besser 48. Tg2+ Kc6 49. Kg2. Schwarz könnte hier mit 48.Sg6 Lxg3 49.Txf5 Ke6 bequem auf Sieg spielen, zumal nicht zu sehen ist, wie der S an den a-Bauern kommen soll. Aber Remis reicht ja, und die Partie wird ja nicht ausgewertet…. 1/2-1/2Den Magdeburger natürlich weiterhin viel Glück und Erfolg - einer der vorbildlichen Vereine, die auf eigene Nachwuchsarbeit statt auf bezahlte Legionäre setzen. Aber dazu ist an anderer Stelle schon vieles gesagt worden.

2 Responses to “Magdeburger Pokalzwischenrunde - 2/2 mit Spaß dabei (IV)”

  1. alms Says:

    Fast Off-Topic, aber Pynchon ist ja erwähnt:
    http://against-the-day.pynchonwiki.com/wiki/index.php?title=Main_Page
    Unglaublich, wie fleißig da gearbeitet wird. Und ohne monetären Mehrwert.

  2. OT Says:

    Ohne letzteren geht es oft genug besser. Pynchon ist ohnehin ein Autor, der fleißige Fans anzieht (andere werden ihn ohnehin eher nicht lesen).

    Ich hatte die Seite im Januar noch nicht gesehen. Damals plante ich fast noch, hier eine längere Reihe “Gegen den Tag” aufzumachen, parallel zur Lektüre; aber das wäre doch doppelte Arbeit. Ich werde mich also auf ein paar mathematische Stellen beschränken, zu denen ich vielleicht etwas nichttriviales Spezialwissen beisteuern kann.

    Aus Schachsicht ist natürlich “Gravity’s Rainbow” reichhaltiger - der zentrale Teil “In the Zone” kann man seitenweise Referenzen finden. Außerdem ist dieses Kernstück der Literatur des 20. Jahrhunderts auch noch in unserer unmittelbaren Geographie angesiedelt - ob nun vor meiner Haustür im Tiergarten, in Peenemünde oder bei der Seereise durch pommersche Küstengewässer.

    Die diesbezügliche Reihe ist aber erst für den Sommer geplant - da wollen wir ohnehin durch Haff und Odermündung segeln. Die Verhandlungen mit den Fremdenverkehrsämtern über das Blog-Sponsoring im Austausch für entsprechendes placement sind aber bisher nicht abgeschlossen.

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